Was ist das Besondere an Korfball?
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4 Männer und 4 Frauen spielen gleichberechtigt in einem Team
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Gleichgeschlechtliche spielen gegeneinander (Frauen gegen Frauen und Männer gegen Männer), wobei jeder seinen direkten Gegenspieler hat.
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Das Spielfeld ist in zwei gleich große Hälften (Angriff und Verteidigung) unterteilt.
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Um einen Korbtreffer zu erzielen, muß der Ball von oben durch den Korb geworfen werden.
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Nach je 2 erzielten Körben wechseln die Spieler das Angriffs- und Verteidugungsfeld.
- Man darf nicht auf den Korb werfen wenn man eng verteidigt wird.
- Korfball ist ein Spiel ohne harten Körpereinsatz, in dem Sperren, Rempeln und Festhalten des Gegners nicht gestattet ist.
- Man darf dem Gegner den Ball nicht aus der Hand nehmen, auch das Schießen des Balles ist nicht erlaubt.
- Das Laufen sowie Dribbeln mit dem Ball ist verboten.
- Nur das geschickte Zusammenspiel innerhalb einer Mannschaft führt zum Korberfolg.
Was spricht für Korfball?
- Die Tatsache, dass Frauen und Männer, Mädchen und Jungen völlig gleichberechtigt in einer Mannschaft spielen, also können Partner und Partnerin, Freund und Freundin gemeinsam trainieren und spielen.
- Die Eignung als Ballspiel für Verein, Schule und Freizeit, sowohl in der Halle als auch im Freien.
- Die Tatsache, dass das gemeinsame Erlebnis „Korfball“ Spaß macht.
- Die Möglichkeit internationale Kontakte und Vergleiche, vom Hobbybereich bis hin zum höchsten Leistungs- und Spitzensport.
KOEDUKATION - KOOPERATION - KORFBALL
Pädagogische Aspekte des Korfballspiels
herausgegeben von: Diplom Pädagogin Alexandra Janssen
Korfball ist die Antwort auf die in Pädagogenkreisen allseits bekannte Problemsituation, Mädchen und Jungen – möglichst noch im pubertären Alter – gemeinsames, gewaltfreies Sporttreiben zu ermöglichen. Korfball wurde von einem holländischen Sportlehrer eigens unter koedukativen Gesichtspunkten entwickelt mit dem Ziel, daß Mädchen und Jungen gemeinsam und mit den gleichen Erfolgschancen eine Ballsportart betreiben. Bis zum heutigen Zeitpunkt ist Korfball eines der populärsten Ballspiele in den Niederlanden und wird dort auch als Wettkampfsportart landesweit in mehreren Ligen betrieben. In Deutschland erfuhr das Korfballspiel vor allem in den letzten Jahren durch die verstärkt auftretenden Probleme im koedukativen Unterricht insbesondere an den Grundschulen und weiterführenden Schulen besondere Aufmerksamkeit.
1. Koedukation im Schul- und Vereinssport – Vision oder Wirklichkeit?
Unter dem Aspekt „Koedukation“ wurden im Vereins- und Schulsport viele Experimente gemacht, die letztlich nach vielen Erfahrungsberichten von Mädchen und Frauen zu Lasten des Selbstbewußtseins und der Persönlichkeitsentwicklung sowie der sportlich initiierten motorischen Förderung der weiblichen Sporttreibenden ging. Nicht viele Mädchen und Frauen können über ihre Sportstunden in der Schule, wenn sie gemeinsam mit Jungen unterrichtet wurden, Positives berichten. Aber auch objektive wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, daß bei gemeinsamen Sportunterricht z.B. die männlichen Schüler wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhielten als die weiblichen Pendants (ohne daß es den Lehrern bewußt war). Somit sahen gerade in letzter Zeit bildungspolitischen Gremien die Koedukation als weitgehend gescheitert an, während man auf vereinspolitischer Ebene dazu überging, das geschlechtsspezifische Angebot zu erweitern, weil alternative integrative Modelle- wie z. B. das Korfballspiel- nicht populär genug waren. Was aber kann das Korfballspiel leisten? Warum ist es hier möglich, daß Mädchen und Jungen gemeinsam Sport treiben, kontinuierlich über Jahre und Jahrzehnte hinweg, auch in der sensiblen Zeit der Pubertät, wo die meisten Mädchen schon dem Vereinssport den Rücken gekehrt haben? Die Erklärung liegt sicherlich in den besonderen Regeln dieser Ballsportart, die ein Repertoire an sozialen Verhaltensweisen fördert, das gewaltfreies, faires und gleichzeitig dynamisches, temporeiches Sporttreiben in gemischtgeschlechtlichen Teams erst möglich macht.
2. Koedukation, Kooperation – Korfball
- Korfball ist eine Mannschaftssportart, in der jeweils vier Mädchen und vier Jungen bzw. 4 Frauen und 4 Männer zusammenspielen.
„Ja und? Das ist nichts Neues!“ wird jeder Sportinteressierte sagen. „Das kennt man doch auch von den Volleyball-Mixed-Mannschaften.“ Während dort aber eine in der Regel kleinere Frau schon mal einen Schmetterball über einen Männerblock schlagen muß, ist im Korfball der direkte Gegenspieler bzw. die direkte Gegenspielerin, gegen den bzw. die ich mich aufgrund des korfballtypischen individualtaktischen Spielprinzips der strengen „Manndeckung“ durchsetzen muß, immer vom gleichen Geschlecht. Das bedeutet, daß der nun einmal anatomisch bedingte körperliche Vorteil der Männer hier nicht zum Tragen kommt..
- „Es ist verboten, aus verteidigter Position auf den Korb zu werfen“, d.h. symbolisches Blockieren des Balles durch das Entgegenstrecken eines Armes (im Abstand einer Armlänge zum Gegner) reicht aus, dem gleichgeschlechtlichen Angreifer einen Korbwurf quasi zu „verbieten“. Damit verfügt das Korfballspiel über eine besondere faire Möglichkeit der Korbwurfverhinderung.
Aus dieser Regel ergibt es sich, daß – auch im Spiel deutlich erkennbar – sich kaum Situationen ergeben, wo weibliche Spieler mit männlichen in einen direkten Zweikampf geraten, weil die ganze Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den gleichgeschlechtlichen Gegenspieler gerichtet sein muß. Außerdem ist es verboten,
- „ein Mitglied des anderen Geschlechts beim Abspiel zu behindern“.
Diese Regel sorgt dafür, daß die größere Reichweite und die Körperlänge der Männer auf das Passpiel einer Frau keinen Einfluß haben kann.
- Die Korbhöhe beträgt ab der Altersklasse C (13/14 Jahre) 3,50 m, (für jüngere Spieler 3m oder 2,50m).
Bei dieser Höhe spielt die Körpergröße im Zusammenhang mit Korberfolg keine Rolle mehr. Hier ist die Wurftechnik ausschlaggebend für den Korberfolg und die ist für beide Geschlechter gleichermaßen erlernbar. Diese Regeln ermöglichen eine Chancengleichheit, wie sie in keiner anderen Mannschaftsballsportart beobachtbar ist. Die Regeln betonen faires und gewaltfreies Spiel, wodurch jeder Körperkontakt, der den Gegenspieler behindert, untersagt ist. Diese Bedingung ist optimal, Mädchen und Frauen die Ängste vor einer gemischtgeschlechtlichen Sportart und den dynamischen – aber hier eben nicht aggressiven – Aktionen mit einem Ball zu nehmen. Auch das Problem, „Alleinspiel“ und Einzelaktionen einiger weniger dominanter Spieler zu unterbinden, wird in der u.a. Regel aufgegriffen. Kooperation wird dadurch zu einem Grundprinzip des Korfballspiels:
- Es ist grundsätzlich nicht erlaubt, mehr als 2 Schritte mit dem Ball zu laufen. Auch Dribblings mit dem Ball sind verboten. Dies bedingt einen Zwang zum Zusammenspiel, zur Kooperation.
Schnelles Zupassen und ständiges Lösen vom persönlichen Gegenspieler macht das Korfballspiel sehr bewegungsintensiv. Durch die Aufteilung der Mannschaften auf zwei getrennte Spielhälften (ein Angriffsfach und ein Verteidigungsfach) mit jeweils zwei weiblichen und zwei männlichen Aktiven pro Team ergibt es sich, daß der Ballführende nur 3 Anspielstationen im eigenen Fach hat. Daher ist die Kooperation der beiden Geschlechter ein absolutes Muß, um ein gemeinsames Ziel, nämlich den Korberfolg bzw. letzlich den Sieg zu erringen.
3. Einsatz des Korfballspiels in pädagogischen Handlungsfeldern
Alle o.g. Besonderheiten des Korfballspiels liefern mehr als ausreichende Begründungen für jeden Pädagogen, Sportlehrer oder Übungsleiter, in seiner Klasse oder Gruppe dieses Spiel nicht nur auszuprobieren, sondern auch bewußt einzusetzen.
Korfball kann:
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sexistische Vorurteile abbauen
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Vorbehalte und Ängste von Mädchen und Frauen gegenüber Ballspielen kompensieren
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die Akzeptanz von kleineren oder schwächeren Spielern üben
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soziale Kompetenzen, wie z. B. Rücksichtnahme, Fairness, Teamfähigkeit und Toleranz positiv verstärken
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Vorberhalte und Ängste von Jungen gegenüber Mädchen abbauen.
Korfball ist ein Mannschaftsssport, der erfahrungsgemäß innerhalb einer Zeitstunde mit den wichtigsten Grundregeln in Grund- und weiterführenden Schulen, freiwilligen Schülersportgemeinschaften, AGs sowie Sportvereinen vermittelt und gespielt werden kann.
Korfball kann auch in den Varianten „Mono-Korfball“, „Street-Korfball“, „Familien-Korfball“ und „Frauen- Korfball“ gespielt werden, wobei in den ersten beiden Varianten 4 Spieler/innen schon ein Team bilden können. Außerdem gibt es schon Ideen, das Korfballspiel in der Managerausbildung und Fortbildungsmaßnahmen von Teamworkern einzusetzen, um gruppendynamische Prozesse aufzudecken und zu bearbeiten.
Korfball ist ein Ballspiel, dass aus pädagogischer, sozialer und sportlicher Sicht absolut förderungswürdig ist und sportpolitisch sowie bildungspolitisch viel mehr Beachtung verdient, als ihm bisher zugestanden wird.
Geschichte des Korfballs
Von Amsterdam auf alle Kontinente
Im Sommer 1902 verbrachte Nico Broekhuysen seine Ferien in Nääs, einer Kleinstadt in Schweden. Dort lernte der holländische Lehrer ein Spiel kennen, das ihn so faszinierte, daß es ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. Zurück in Amsterdam entwickelte er es weiter - und erfand so eine neue Sportart. Er taufte sie nach dem holländischen Wort für Korb: Korfball.
Anfangs wurde Korfball nur in Broekhuysens Schule gespielt. Doch die neue Sportart verbreitete sich schnell in die restlichen Niederlande und ins Nachbarland Belgien. Auf den Olympischen Spielen 1920 (Antwerpen, Belgien) und 1928 (Amsterdam, Niederlande) wurde Korfball vorgespielt.
Ziel der IKF: Korfball verbreiten!
Am 11.6.1933 gründeten holländische und belgische Vereine die „International Korfball Federation“ (IKF). Die IKF hatte (und hat) es zum Ziel, Korfball weltweit zu verbreiten. Dazu unterstützt sie ihre Mitgliedsländer, indem sie ihnen zum Beispiel Körbe und Bälle kostenlos zur Verfügung stellt. Jedes Jahr reisen holländische Trainer und Schiedsrichter für die IKF in Länder überall auf der Welt, um die Korfballer dort zu schulen. Daneben greift die IKF vielen nationalen Korfballverbänden finanziell unter die Arme. 1998 waren bereits 34 Länder Mitglied der IKF.
Männer und Frauen spielen in einem Team
Doch Korfball hatte es in der ersten Hälfte des Jahrhunderts schwer. Zu fortschrittlich erschien die grundlegende Spielidee: Männer und Frauen spielen gleichberechtigt in einer Mannschaft. Aber die Zeiten haben sich geändert. Heute unterstützt Korfball den Trend zu größerer Gleichheit zwischen den Geschlechtern. Noch immer ist Korfball die einzige koedukative Sportart der Welt. Gleichzeitig hat es sich rapide ausgedehnt, und ist von Amsterdam in alle fünf Kontinente vorgedrungen: Korfball kann man heute in Papua-Neuguinea ebenso wie in Singapur, in Finnland oder in Südafrika spielen.
Jedes Wochenende irgendwo ein Spiel
Knapp hundert Jahre nach dem in Broekhuysens Schule das erste Mal ein Korfballspiel stattfand, hat sich Korfball weltweit organisiert: Vereine spielen in Ligen um die Meisterschaft. Die nationalen Meister spielen in internationalen Wettbewerben wie dem Euro-Cup gegeneinander. Es gibt Europameisterschaften, Turniere auf anderen Kontinenten und natürlich Weltmeisterschaften. und an (fast) jedem Wochenende wird irgendwo auf der Welt Korfball gespielt: in einer Liga, an einer Uni oder in einem Freundschaftsspiel zwischen zwei Ländern.
- Seit 1985 ist Korfball bei den World Games (Sportfest mit ca. 45 Sportarten) dabei.
- Seit 1978 gibt es Korfball-Weltmeisterschaften.
- 1991 war Taipei das erste nicht-europäische Land, das WM-Medallien (Bronze) gewann.
- Vier Jahre später wurde die Weltmeisterschaft das erste Mal außerhalb von Europa, in Indien, ausgetragen.



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